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Rehabilitation hilft nachhaltig

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Eine Studie mit Patientinnen und Patienten aus vier Reha-Zentren der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) konnte die nachhaltige Wirkung von Rehabilitationsmaßnahmen bei Schulterverletzungen nachweisen.

Insgesamt 150 Patientinnen und Patienten aus den Reha-Einrichtungen in Gröbming, Saalfelden, Bad Ischl und Bad Aussee haben im vergangenen Jahr an einer Studie unter der Leitung des Ludwig-Boltzmann Departments für Rehabilitation in Saalfelden teilgenommen, um die längerfristige Wirkung von Rehabilitation zu untersuchen. Alle teilnehmenden Patientinnen und Patienten litten unter schmerzhaften Schultererkrankungen. Die Studie zeigt, dass die dreiwöchigen Rehabilitationsmaßnahmen deutliche Verbesserungen sowohl bei der Funktionalität der Schulter, wie auch beim Schmerzempfinden mit sich bringen und diese auch sechs Monate nach dem Ende der Maßnahme noch anhalten.

„Schmerzen in der Schulter führen zu Einschränkungen im Alltagsleben, die auch zu einem geringeren Arbeitsvolumen und längeren Krankenständen bis hin zu einem verfrühten Antritt der Pension führen können. Mit der stationären Rehabilitation wird dem entgegengewirkt. Ziel der Maßnahmen ist eine Reduktion der Schmerzen, eine Steigerung der Funktionalität, eine Stärkung der Rotatorenmanschette und das Hintanhalten von pathologischen Veränderungen. In all diesen Bereichen konnten bei den untersuchten Patientinnen und Patienten durch die Rehabilitationsmaßnahmen Verbesserungen erzielt werden, die auch sechs Monate nach Beendigung des Rehabilitationsaufenthalts noch signifikant bemerkbar waren“, sagt der Leiter des Ludwig Boltzmann Departments Saalfelden, Univ.-Doz. Dr. Werner Kullich.

Während der Rehabilitation erhielten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein standardisiertes Programm, das unter anderem aus Physiotherapie, Aktivierungstraining, angeleitete Trainings zur Stärkung der Koordination und Kraft, Gymnastik - sowohl Unter-, als auch Überwasser -, Elektro- und Ultraschalltherapie bestand.

 

Schmerzempfinden deutlich verbessert

Das Schmerzempfinden und die Funktionalität wurden ebenso während und nach der Rehabilitationsmaßnahme gemessen, wie die Schlafqualität. Deutliche Verbesserungen zeigten sich beim Schmerzempfinden während der Bewegung der Schulter. Während Patientinnen und Patienten zum Start des dreiwöchigen Aufenthalts auf einer Skala von 0-10 den Schmerz (0 ist kein Schmerz, 10 ist extremer Schmerz) durchschnittlich bei 6,1 bewerteten, fiel dieser beim Ende der Maßnahme bereits auf 3,9 und verbesserte sich auch nach dem Aufenthalt weiter auf 2,9 nach sechs Monaten. Auch bezüglich des Ruheschmerzes ergaben sich signifikante Verbesserungen von einem Wert von 3,9 auf 1,9 nach sechs Monaten.

 

Funktionalität der Schulter und Schlafqualität auch nach sechs Monaten gestärkt

Auch die Funktionalität der Schulter, die mit Hilfe des international anerkannten Scores Quick-DASH untersucht wurde, konnte deutlich verbessert werden. Bei Start der Maßnahme machte der Wert durchschnittlich 48,1 (auf einer Skala von 0-100) aus und sank während der Rehabilitation auf 31,5. Nach sechs Monaten war der Wert weiter leicht auf 30,4 gesunken. Bei 82 Prozent der Patientinnen und Patienten hatte sich eine Verbesserung des Zustandes eingestellt. Nicht zuletzt zeigte sich durch die geringere Schmerzbeeinträchtigung auch bei der Schlafqualität eine angenehmere Situation für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Der beste Wert konnte hier direkt am Ende der Maßnahme nach drei Wochen Aufenthalt im Reha-Zentrum erreicht werden, dennoch kam es auch nach sechs Monaten noch zu einem deutlich besseren Wert als zum Ausgangspunkt der Untersuchungen (7,4 auf einer 21-stelligen Skala zu Beginn auf 6,7 nach sechs Monaten). 

„Aufgabe der Rehabilitationsmaßnahmen der PVA ist es, das Wiedererlangen der Möglichkeit zur Teilhabe am täglichen Leben zu unterstützen, die Arbeitsfähigkeit oder bei älteren Personen die Selbstständigkeit zu erhalten. Eigenverantwortung, also Übungen und Trainings auch nach Ende des dreiwöchigen Aufenthalts weiterzuführen, ist dabei entscheidend. Dafür geben wir den Menschen das nötige Rüstzeug mit auf den Weg. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die gesetzten Rehabmaßnahmen effizient sind und eine nachhaltige Wirkung mit sich bringen“, so der ärztliche Leiter der SKA-RZ Saalfelden, Prim. Dr. Andreas Salzer.

Zuletzt aktualisiert am 25. Juli 2018