DRUCKEN

Pensionsversicherungsanstalt erprobt neue Form der Rehabilitation

Therapie ©PVA

RehaJET® bringt stärkere Verknüpfung von medizinischer und beruflicher Rehabilitation

„Es ist Teil unserer Aufgabe, Menschen dabei zu unterstützen, möglichst lange ihren Beruf ausüben zu können. Die Rehabilitation nach schweren Erkrankungen ist eine entscheidende Unterstützung auf diesem Weg. Mit dem RehaJET® (Rehabilitation für Job, Erwerbsfähigkeit und Teilhabe), der derzeit von der Pensionsversicherungsanstalt erprobt wird, setzen wir neue Maßstäbe in diesem Bereich“, sagte der Obmann der Pensionsversicherungsanstalt (PVA), Manfred Anderle heute im Rahmen eines Pressegesprächs. „Erstmals kommt es dabei zu einer Verknüpfung von medizinischer und beruflicher Rehabilitation. Die Patientinnen und Patienten werden speziell für die Bewältigung ihres Arbeitsalltags trainiert. Denn ein Schlosser hat andere Körperbewegungen zu tätigen, als ein Automechaniker oder ein Maler und Anstreicher. Jeder braucht individuelle Begleitung“, erläuterte Anderle.

Mehr als 30.000 Patientinnen und Patienten erhalten jedes Jahr in den 17 Eigenen Einrichtungen der PVA ein Rehabilitationsheilverfahren. Damit kommt die PVA dem gesetzlichen Auftrag, die Leistungsfähigkeit der Menschen soweit wiederherzustellen, um im beruflichen und wirtschaftlichen Leben einen angemessenen Platz möglichst dauerhaft einzunehmen, mit medizinischen Höchstleistungen nach. 

„Ziel des RehaJETs® ist es, eine rasche Arbeitsrückkehr nach einer schweren Krankheit, wenn möglich an den vorhandenen Arbeitsplatz, zu unterstützen. Mit diesem Programm wird verstärkt auf die individuelle berufliche Lage der Personen Rücksicht genommen. Dafür wird das Programm in zwei Phasen angeboten. In einer ersten Phase, die in allen Eigenen Einrichtungen der PVA angeboten wird, kommt ein zusätzliches Schulungsprogramm zum Tragen. Schon in dieser Phase werden arbeitsplatzbezogene und berufliche Aspekte in das Programm integriert, um spezielle berufliche Problemlagen zu erkennen und zu meistern. Ist dies nicht ausreichend, kommt es in der zweiten Phase zu einer weiterführenden genauen Analyse, was für die Wiederaufnahme des Berufs hinderlich ist. In einem ganzheitlichen Konzept mit Ärztinnen und Ärzten, Therapeutinnen und Therapeuten sowie Pflegepersonen wird daran eine dem Berufsalltag nachgestellte Therapie angeschlossen“, erläuterte der Chefarzt der PVA, Martin Skoumal.

In der Pilotphase wird die Stufe 2 für Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates und bei peripheren neurologischen Störungen in drei Häusern der PVA angeboten. Stefan Schauß, Primar des Rehazentrums Bad Hofgastein, einem der drei Pilothäusern, berichtete aus der Praxis: „In Bad Hofgastein wurde ein Workpark aufgebaut, in dem man verschiedene berufsbedingte Bewegungen trainieren kann. So gibt es Übungen, die zum Beispiel Überkopfarbeiten oder tragende Tätigkeiten simulieren. Für die Patientinnen und Patienten ist so eine Rehabilitation kein Wellnessprogramm. 3-4 Stunden täglich werden trainiert. Aber nur wenn sie aktiv mitarbeiten und die Bereitschaft haben, auch an den vereinbarten Zielen zu arbeiten, kann das Programm ein Erfolg sein“, betonte Schauß.


Zuletzt aktualisiert am 18. Oktober 2018