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Pensionsversicherungsanstalt – Rechnungsabschluss 2008


 Im Rahmen der am 26. Juni 2009 abgehaltenen Generalversammlung der Pensionsversicherungsanstalt wurde der Rechnungsabschluss 2008 beschlossen. Obmann Karl Haas begrüßte besonders die 1. Führungsebene, Hr. Generaldirektor Dr. Winfried Pinggera und Frau Generaldirektor-Stellvertreterin Gabriele Eichhorn MBA, die mit 1. Mai 2009 in diese Funktionen bestellt wurden. Weiters begrüßte er Herrn Generaldirektor-Stellvertreter Johannes Jungwirth der ebenfalls ab dem 1. Mai 2009 neuerlich in diese Funktion bestellt wurde.

Frau Generaldirektor-Stellvertreterin Gabriele Eichhorn MBA, präsentierte den Rechnungsabschluss, welcher ein Gebarungsvolumen von 26,1 Mrd. Euro inklusive der Aufwendungen nach Bundespflegegeldgesetz und Nachtschwerarbeitsgesetz aufwies.

22,1 Mrd. Euro für Pensionsleistungen
Die 22,1 Mrd. Euro verteilten sich wie folgt auf die Pensionsarten:
Alterspensionen: 14,6 Mrd. Euro,
Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspensionen: 4,4 Mrd. Euro,
Witwen-, Witwer- und Waisenpensionen: 3,1 Mrd. Euro.

Kuraufenthalte angestiegen
Bei den Gesamtausgaben für Rehabilitation und Gesundheitsvorsorge war von 2007 auf 2008 ein Anstieg um 9 % auf insgesamt 536 Mio. Euro zu verzeichnen. Dieser Anstieg gründete sich auf eine stetig steigende Anzahl an durchzuführenden Heilverfahren. Auf Grund der Auslastung der eigenen Einrichtungen der Pensionsversicherungsanstalt wurden vermehrt Vertragseinrichtungen in Anspruch genommen.


Weitere Aufwendungen
Auf der Ausgabenseite fallen für die Krankenversicherung der Pensionistinnen und Pensionisten 876 Mio. Euro, für sonstige Aufwendungen 344 Mio. Euro und an Vergütungen für Beitragseinhebung 131 Mio. Euro an.

Beitragseinnahmen gestiegen
Die Einnahmen aus Beiträgen von und für Versicherte erhöhten sich im Jahr 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 1,0 Mrd. Euro auf 21,5 Mrd. Euro; dies entspricht einem Zuwachs von 4,6 %.

Bundesbeitrag
Der Bundesbeitrag erhöhte sich von 2,3 Mrd. Euro im Jahr 2007 auf 2,6 Mrd. Euro im Jahr 2008. Dies begründet sich unter anderem dadurch, dass im Jahr 2008 zwei Pensionserhöhungen stattgefunden haben.

Weitere Erträge
Auf der Einnahmenseite sind die Ersatzleistungen für den Aufwand Pflegegeld (1,23 Mrd. Euro), Sonderruhegeld (0,04 Mrd. Euro) und Ausgleichszulage (0,63 Mrd. Euro) sowie sonstige Einnahmen (0,13 Mrd. Euro) anzuführen.

Eigener Verwaltungsaufwand
Der eigene Verwaltungsaufwand betrug im Jahr 2008 mit 273 Mio. Euro rund 1,1 % des Gesamtaufwandes. Damit wurde die vom Gesetz her auferlegte Vorgabe hinsichtlich der Verwaltungskosten neuerlich unterschritten.

Sichere Altersversorgung in schwierigen Zeiten


Im Rahmen der Generalversammlung informierte Generaldirektor Dr. Winfried Pinggera über zu erwartende zukünftige Änderungen im Rahmen der Finanzierung der Pensionsversicherung.
Durch die Finanzkrise, die eigentlich bereits im Jahr 2006 mit dem Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes begonnen hat, kam es zu einer großen Vertrauenskrise gegenüber dem Solidaritätsprinzip, dem Versicherungsprinzip und letztlich auch zu einem Verlust des Vertrauens in die Finanzierung der Pensionsversicherung.
Die zukünftige Finanzierung der Pensionsversicherung wird durch viele Faktoren wesentlich beeinflusst werden: die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, die demographische Entwicklung, die Erwerbstätigenquote.


Während im Jahr 2008 der Anteil der Bevölkerung von 60 Jahren und älter 22,6 % betrug wird dieser Anteil bis zum Jahr 2050 auf 34,1 % ansteigen. Damit einher geht ein laufender Rückgang der Geburtenrate. Während in den 60er Jahren die durchschnittliche Geburtenrate 2,78 betrug hat sich diese Zahl im Jahr 2008 mit 1,41 nahezu halbiert. Die demographische Entwicklung muss auch in einem engen Zusammenhang mit einer Erwerbstätigenquote der Älteren gesehen werden. Während der Anteil der 55 bis 64jährigen die noch im Erwerbsleben stehen in Österreich lediglich 38,6 % beträgt, lautet die Vergleichszahl für Deutschland 51,5 %. Der Anteil der Erwerbstätigen Bevölkerung in dieser Altersgruppe beträgt in Schweden 70 %.

Entwicklungstendenzen
Dies wird zur Folge haben, dass bis zum Jahr 2050 die Anzahl der Pensionsbezieher um rund 50 % zunehmen wird (von derzeit 2.153.173 auf 3.233.861) hingegen wird die Anzahl der Versicherten nur um 5 % (von derzeit 3.527.212 auf 3.696.484) ansteigen.

Erschließung zusätzlicher Finanzierungsquellen

Nur durch vertrauensbildende Maßnahmen und durch die Erschließung zusätzlicher Finanzierungsquellen kann die Finanzierung sichergestellt und das Vertrauen der Bevölkerung in das System aufrecht erhalten werden.
Mögliche Alternativen für weitere Finanzierungsquellen wären eine Wertschöpfungsabgabe, eine Ausweitung der Beitragspflicht auf alle Einkommensarten, eine Anhebung der Höchstbeitragsgrundlage und fiskalische Maßnahmen.
Die genannten Alternativen haben jedoch auch negative Seiten. So würde die Einführung einer Wertschöpfungsabgabe zu einer Doppelbelastung der selbständigen Erwerbstätigen und zu einer Umverteilung der Abgabenleistung nach Branchen führen. Eine Ausweitung der Beitragspflicht auf alle Einkommensarten hätte eine Kapitalflucht zur Folge. Eine Steuerfinanzierung, stellte Pinggera fest, wäre eine Abkehr vom Versicherungssystem. Eine befristete Anhebung der Höchstbeitragsgrundlage - jene von Dr. Pinggera bevorzugte Variante - würde zwar langfristig zu einem geringen Anstieg des Leistungsniveaus führen, erscheint aber im Hinblick auf den zukünftigen Finanzierungsbedarf am ehesten vertretbar.

Zuletzt aktualisiert am 11. März 2015