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Österreich ist kein Land der Frühpensionisten


PVA-Obmann kritisiert populistische Äußerungen von Ex-Finanzminister Androsch

Österreich ist alles andere als ein Land der FrühpensionistInnen: 56,7 Prozent der 66.980 Neuanträge wurden im Jahr 2008 in der Pensionsversicherung der Unselbständigen abgelehnt, nur 38,3 Prozent bewilligt. „Ein klares Indiz dafür, dass die Zuerkennung einer Invaliditätspension restriktiv gehandhabt wird. Auf die strenge Anwendung des Pensionsrechts wird großer Wert gelegt, von Schein-Invalidität kann keine Rede sein“, entgegnet der Obmann der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) Karl Haas, Äußerungen von Ex-Finanzminister Hannes Androsch, der als Einsparungsmaßnahme vorgeschlagen hat, die Zahl der Schein-Invaliden in Frühpension zu reduzieren.

„Wenn man bedenkt, dass diese Menschen mit durchschnittlich € 900 leben müssen und um noch dazu um mehr als 10 Jahre früher sterben als Alterspensionisten, kann wohl nicht ernsthaft von Pensionsmissbrauch gesprochen werden“, so Haas abschließend, „Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Probleme vom Erwerbsleben ausgeschlossen sind, haben mehr Mitgefühl und Respekt verdient. Herr Androsch soll einmal erklären, warum er in seinen eigenen Betrieben der Erste ist, der Kündigungen von älteren ArbeitnehmerInnen ausspricht, wenn sich seine Gewinnspanne zu verringern droht."

Zuletzt aktualisiert am 19. Januar 2016