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Modernisierung der Heilverfahren - die Gesundheitsvorsorge Aktiv kommt


Seit Jahrhunderten gibt es die so genannte Kur. Immer wieder hat es Anpassungen und Veränderungen gegeben. Ziel der Kur in den vergangenen Jahrzehnten aber war und ist die Erwerbsfähigkeit zu erhalten, Krankenständen und damit einhergehenden Arbeitsunfällen vorzubeugen und einen etwaigen Pflegebedarf hintanzuhalten. Mit den modernen Zeiten muss sich auch die Kur modernisieren. Daher löst die „Gesundheitsvorsorge Aktiv“ (GVA) nun Schritt für Schritt die klassische Kur ab.

 

Die Anzahl der Heilverfahren soll konstant bleiben. Unverändert sind auch die Beantragung, die Kriterien und die Dauer von 22 Tagen. Neu wird der Inhalt der Maßnahme. Im Vergleich zu den bisherigen Kuren beinhaltet die GVA weit mehr aktive Therapieelemente, die den Fokus auf ein deutliches Mehr an Bewegung, aber auch auf mentale Gesundheit und Ernährung richten.

 

Modularer Aufbau

Die neue GVA ist modular aufgebaut. Das Basismodul mit genau im Leistungsprofil definierten Einheiten von Bewegungstherapien, Kraft- bzw. Ausdauertraining, Entspannungstraining und bei Bedarf Raucherberatung kommt bei allen Patientinnen und Patienten zur Anwendung. Zusätzlich werden drei Aufbaumodule zu einer individuellen Gestaltung der Therapie angeboten.

Das Modul Bewegungsoptimierung eignet sich für Patientinnen und Patienten, die bereits regelmäßig Bewegung machen. Die Therapeutinnen und Therapeuten überprüfen, ob die durchgeführte Bewegung auch richtig gemacht wird und geben Optimierungsempfehlungen, um Spätschäden zu verhindern.

Das Modul Bewegungsmotivation eignet sich für Menschen, die sich nicht so gerne bewegen und an sportlichen Aktivitäten lieber passiv teilnehmen. Ihnen soll die Freude und die Lust an Bewegung vermittelt und in kleinen Schritten die wohltuende, ganzheitliche körperliche Aktivität näher gebracht werden. Nach dem Motto: Bewegung tut gut – probiere es einfach aus!

Das Modul Mentale Gesundheit ist für Patientinnen und Patienten vorgesehen, die bereits im Alltag eine psychische Belastung verspüren und unter dem Druck des Berufs-  und Privatlebens leiden. Hier liegt der Schwerpunkt in der Stressprävention, im Erlernen von Entspannungs- und Abgrenzungsmechanismen sowie im Stärken der Selbstschutzmechanismen.

In allen Bereichen sind mindestens zwei Einzeltherapien mit Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten vorgesehen. Das Modul Mentale Gesundheit wird von Psychologinnen und Psychologen begleitet. Dadurch ist es möglich, gezielter und individueller auf die Problematik einzugehen. Als weitere Abrundung des Angebotes werden noch Ergänzungsmodule angeboten mit den Inhalten Ernährung im Alltag für Berufstätige sowie Pensionistinnen und Pensionisten, Workshops mit den Themen „Beruflicher Alltag und gesundes Leben“, bzw. für Pensionistinnen und Pensionisten „Aktiv und selbstbestimmt im Alltag – ein Leben lang“.
Weiters sind in diesem Modul frei zuteilbare Therapien vorgesehen, um noch individueller auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten eingehen zu können.

 

Splitting des Aufenthalts möglich

Nicht alle Menschen können drei Wochen am Stück vom Arbeitsplatz fernbleiben. Manchmal ist dies aus arbeitstechnischen Gründen nicht möglich. Daher bietet die GVA für Erwerbstätige die Möglichkeit des Splittings an. Zunächst zwei Wochen am Stück und die verbleibende Woche kann innerhalb von sechs Monaten ab Beginn der Maßnahme absolviert werden.

 

Erfolgreiche Pilotphase

Die GVA wurde in den vergangenen Jahren intensiv getestet und hat – sowohl bei den Patientinnen und Patienten auch beim medizinischen Personal – positives Echo hervorgerufen. Außerdem wurde die Pilotphase durch eine unabhängige Forschungsstelle bewertet. Dabei wurden Parameter wie Bewegung, Zigaretten- und Alkoholkonsum, Selbstkompetenz Ernährung/Bewegung, subjektiver Gesundheitszustand, Schmerz, Angst und Depression mittels eines eigens entwickelten Fragebogens erhoben. Und zwar sowohl direkt vor, direkt nach, als auch einige Wochen nach Ende der Maßnahme. Der Vergleich zeigte eine deutlich größere Wirksamkeit der GVA für alle Indikatoren im Vergleich zur Standardkur. Bei der Betrachtung nach einiger Zeit zeigten sich signifikante Verbesserungen bei der Ernährung, der körperlichen Aktivität, aber auch bei den Indikatoren Schmerz und subjektiver Gesundheitszustand. 
Aus diesen Erkenntnissen wurde das Leistungsprofil nochmals überarbeitet und aktualisiert. Dabei wurde sehr viel Wert auf Vermittlung von Gesundheitskompetenz und Eigenverantwortung, auch nach Beendigung der Maßnahme, gelegt.

Zuletzt aktualisiert am 24. April 2018